Luxemburg und die Portugiesen
Seltsam, wie sich Geschichte manchmal umdreht.
Das letzte Wochenende habe ich mit meiner Frau in Luxemburg verbracht. Obwohl weniger als drei Stunden Autofahrt von Köln entfernt, war das zweitkleinste Land der EU für mich bis vor kurzem nahezu ein weißer Fleck auf der Landkarte. Daher machten wir als erstes eine Stadtführung, um einen Einblick in die Geschichte und Besonderheiten Luxemburgs zu bekommen.
Das Land beziehungsweise die gleichnamige Stadt ist auf jeden Fall eine Reise wert. Von guten Restaurants über spannende Geschichte und eine schöne Altstadt ist alles vorhanden. Trotzdem hat sich von der Stadtführung vor allem eine neue Information in mein Gehirn eingebrannt, die mit touristischen Attraktionen nichts zu tun hat. Fast beiläufig erzählte unser Guide, dass in Luxemburg mehr als 80.000 Portugiesen wohnen.
Die für deutsche Verhältnisse nicht sonderlich beeindruckende Zahl bedeutet im kleinen Luxemburg einen Bevölkerungsanteil von fast sechzehn Prozent. Der Großteil kam in den sechziger und siebziger Jahren als Gastarbeiter ins Land. Kein ungewöhnlicher Vorgang in dieser Zeit. Mich faszinierte dabei vor allem, dass es sich um Portugiesen handelte.
Dass liegt daran, das ich vor kurzem den Schriftsteller Guy Helminger kennengelernt habe, der zwar in Köln wohnt, aber ursprünglich aus Luxemburg stammt. Wir unterhielten uns eine Weile über sein Buch Neubrasilien, in dem Brasilien letztlich nur als Vision eine Rolle spielt. Der Roman spielt größtenteils Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Einwohner des zu dieser Zeit bettelarmen Luxemburg suchen ihr Glück in der Fremde.
Für die Protagonisten des Buchs ist das Traumziel Brasilien. Das größte Land Südamerikas sucht unter seinem portugiesischen Kaiser sucht händeringend nach Siedlern, denn den Portugiesen geht es zu dieser Zeit viel zu gut, um in ausreichender Zahl auswandern zu wollen.
Für die Luxemburger verheißt Brasilien Chancen und Reichtum.
In Helminger Buch scheitert die erhoffte Ausreise kläglich und die nun völlig verarmten Luxemburger kehren in ihr Heimatland zurück, wo sie ein Dorf gründen, das den Spitznamen Neubrasilien erhält.
Neubrasilien beruht auf einer wahren Begebenheit. Das zeigt nachdrücklich wie sich Geschichte manchmal umdreht. Das trifft nicht nur auf Luxemburg zu. Schließlich war auch Deutschland im 19. Jahrhundert ein Auswanderungsland. In Anbetracht der aktuellen Krise macht mir das Hoffnung.
Auch wenn ich hoffe, dass Länder wie Portugal und Griechenland nicht wieder 150 Jahre benötigen, um auf die Beine zu kommen.
Foto1: © Baur Daniel / PIXELIO
Foto2: © Rolf Handke / PIXELIO
Tags: Brasilien, Einwanderer, Gastarbeiter, Guy Helminger, Luxemburg, Neubrasilien, Portugal, Portugiesen


Mensch, du warst in Luxemburg.

Es freut mich zu lesen, dass es Euch gefallen hat, das Essen, die Altstadt und ja… zu den Portugiesen hast du alles gesagt!
Klasse dass Luxemburg nun kein weißer Fleck mehr für dich ist.
Hast du am Ende auch noch dein Auto an der Grenze vollgetankt? Kaffee und Zigaretten gibt es ebenfalls billiger als bei Euch.
Warst du auch auf Kirchberg? Im Grund? Sonstwo?
Ich bin gespannt und würde mich über mehr Infos freuen.
Beste Grüße und angenehmes Osterwochenende,
Alex
Als bei Euch? Bist Du Luxemburger?
Abgesehen von der Altstadt haben wir nicht allzuviel gesehen. War ja auch nur ein Wochenende und man braucht ja auch Gründe, um wiederzukommen.
Gruß
Fulano
Die Altstadt und Festung der Hauptstadt ist ja auch schon mal ein guter Start. Uns zu “Euch” und “uns”… einfach mal bei mir im Impressum vorbeischauen. Habe allerdings gleich 2 Pässe!
Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir vorher ein paar Tipps geholt. Aus irgendeinem, mir nicht erklärlichen Grund dachte ich, Du kämst aus Norddeutschland.
Das mit den Tipps hole ich dann beim nächstenmal nach.
Gruß
Fulano
P.S. Ich glaube es gibt deutlich schlimmeres, als einen luxemburgischen Pass in der Hinterhand zu haben
Oder in der Vorderhand.
Also die Luxemburger träumten von Brasilien weil die Portugiesen nicht hinwollten und eineinhalb Jahrhunderte später sind die Portugiesen auf der Suche nach dem Glück in Luxemburg gelandet. Manchmal ist Geschichte schon sehr wirr….
Frohe Ostern mein Lieber!
So ist das mit der Geschichte. Es gab schließlich auch Zeiten in denen Spanien, Griechenland und Italien jeweils die Welt weitestgehend beherrschten. Klingt heute auch sehr merkwürdig.
Gruß
Fulano
Ja besonders Griechenland als Wiege der Europäischen Kultur, Philosophie und Demokratie zu sehen ist heute etwas…mühsam…bzw. verlangt viel Phantasie. Andererseits war Deutschland auch mal das Land der Dichter und Denker
Die arabischen Länder waren auch mal für ihre Weltoffenheit und Toleranz bekannt. Zeiten ändern sich. Glücklicherweise manchmal auch zum Guten.
Gruß
Fulano
Krass, hätte nicht gedacht, dass da soviele Portugiesen leben. Nächste Woche bin ich auch in Luxemburg.
Kannst Du ein Restaurant empfehlen?
Willkommen bei mir und bald in Luxemburg.
Ich kann tatsächlich ein Restaurant empfehlen. Portugiesisch, was für eine Überraschung
http://www.bacano.lu/
Lohnt sich allerdings nur, wenn man auf riesige Scampis oder Steaks steht. Viel mehr Auswahl gibt es dort nicht. Aber was es gibt, schmeckt fantastisch.
Gruß
Fulano
Falls es ein Italiener sein soll,, Dirk, dann Il Fragolino.
Und wenn man sonst noch helfen kann, gib Bescheid.
Mann ist das ein Service hier. Mein Kommentar ist keine Stunde online und schon zwei Tipps. Danke.
Da ich zwei Tage dort bin teste ich vielleicht beides. Gibt es eigentlich eine typisch luxemburgische Spezialität, die ich probieren muss?
Danke noch einmal
Dirk, so ist das hier mit dem Service!
Magst du Bier? Wein?
Großartig
Ich mag beides, aber da finde ich mich glaube ich schon zurecht. Gibt es auch typisches Essen und am besten gleich noch ein Restaurant dazu?
Hi Dirk
Also luxemburger Bier und Wein müsstest du in jedem Restaurant finden. Meist gibt es Bofferding oder Dikkrecher als Bier, ich würde letzteres aufjedenfall mal probiert haben. Beim luxemburger Wein kannst du ebenfalls nicht falsch liegen. Und da du zwei Tage in Luxemburg sein wirst und schon 2 klasse Restaurants hast, würde ich es dabei belassen. Brauchst du noch Sehenswürdigkeiten oder ist es eine geführte Tour? Falls du sonst noch etwas brauchst, gib Bescheid. Fulano, das bezieht sich auch auf dich, falls du mal wieder über die Grenze springen solltest!
Beste Grüße, Alex
P.S. Am Ende an der Grenze nochmal das Auto volltanken!
Aber gewöhn Dich nicht dran. Das geht nicht immer so schnell und ich jetzt erst einmal in Ruhe beim Griechen essen.
Gruß
Fulano
Da geht es Dir scheinbar manchmal genauso wie mir. Mich lassen manchmal so “nebenher gesagte” Kleinigkeiten dann auch nicht mehr los. Und ich finde es doch spannend, welche Geschichten sich dahinter verbergen. Ich wusste das mit den Portugiesen in Luxemburg bisher auch nicht – spannende Sache.
Hinter kleinen Dingen stecken oft die spannendsten Geschichten. Habe ich immer wieder festgestellt.
Gruß
Fulano
Es ist ein scchöness Land , doch waren zuerst die Intaliener in Luxemburg und so haben unsere Küchen meist Itanisch und Fanzösiche Küche .Aber es gibt gute Luxemburgische Küche wie weiss Wust , den gekochten (luxemburgisschen Gekaschte kais , lecker auch in Belgien ein beliebtes Lux. geschänk als die Grenzen noch zu waren heute findet man das selten. Das Haus rue Münster no5 ist das Kaboten Haus , heute ist es ein Nobel Restaurants aber jeder Kaboth aus luxemburg hat hier seine Wuzeln . Ich war noch nie im Ausland also Europa schon
Aber ich vermisse nichts !Doch mein Heimatsort Stdtdgrund aber wir leben gut mit einander und ich glaube dass das auch so bleibt . Ihr Mathias Kaboth
Ohne Frage ein schönes Land. Ich war bestimmt nicht zu letzten Mal da.
Gruß nach Luxemburg
Fulano
Dass die Portugiesen nach Luxembrug eingawandert sind klingt seltsam da meine meinung ist, als man die neue Rotebrücke baute 1962 (Einweit wurde) erst die Portugiesen in schaaen in der Altstadt Grund in den alten Frauengefängnis unter gekommen sind aber es war nicht ausreichend Platz, da den alten luxemburger ( die aus den Höuser 5 und 7 keinen Platz für eine Unterkunft verwärt blieb , so hatten wir jeden MORGEN eine überzahl von Bussen die diese Leute zum Arbeitsplatz brachten . An sich eine traurige Geschichte da wir ja Luxemburger sind wurde uns diese möglichkeit verwärt . Na ja und so vielen auch die Anfragen ( Jeder der damals in Luxemburg (Ausländer genannt ) eine Arbeit haben wollte musste durch einen Arbeitgeber eine Arbeitseralubnis haben . Die Italiener sind nach dem zweiten Weltkrieg durch Abeitgeber den aufbau durchgezogen worden.
Sorry ob hier Portuugiêsen dabei waren weisss ich nicht mehr:)
Aber der Erbaue^r der Roten Brücke ist elendlich am Bahnhof gestorben .
Mein Grossvatershaus wurde von Herr Lentz gekauft ( nicht Junior ) 400.000 Franken