Der Familie Popolski hinter dem Flanellhemdäquator

Könnt Ihr Euch noch an den Mauerfall erinnern. Als Horden von Ossis in den Westen strömten. Mann, hatten die alle Scheißfrisuren und Klamotten. Sie konnten ja nichts dafür. Weder die Versorgung noch die Informationslage beim Thema Mode war in der DDR optimal. Das hatte zur Folge, dass sie der westdeutschen Mode ein paar Jahre hinterher hinkten. Aber eine Mauer mit Todesstreifen ist dafür eine wirklich gute Entschuldigung.

Zwischen Köln und Bergheim gibt es so etwas nicht. Trotzdem hatte ich heute dort das Gefühl, modisch in der Zeit zurückgereist sein. Dabei bin ich kein besonders modischer Typ. Grund für meinen Bergheimaufenthalt war ein Der Familie Popolski Konzert. (hier hatte ich schon einmal über die Popolskis geschrieben)
Die Polkafamilie aus Polen trug ganz schreckliche Ostblockmode. Vermutlich enthielt die gesamte Kleidung nicht ein Prozent Baumwolle. Doch das war natürlich Teil der Show.

Das Publikum hingegen war nicht verkleidet und hatte demnach keine Entschuldigung für das Bild, das sich mir bot. Eine derartige Ballung von Flanellhemden habe ich zum letzten Mal vor Jahren in der Eifel gesehen. Abgerundet wurde das Ganze durch zahlreiche T-Shirts und Pullover, die fein säuberlich in der Jeans verstaut waren. Zweimal übrigens sogar in Kombination mit offensichtlich falschen Armanigürteln. Scheinbar hatten wir ohne es zu bemerken den berüchtigten Flanellhemdäquator überquert, obwohl wir uns nur wenige Kilometer von Köln entfernt hatten.
Der Mode entsprechend war leider auch die Stimmung, trotz eines fantastischen Konzerts.

Trotzdem war es ein wirklich schöner Abend. Nicht nur, dass ich ein schönes Konzert gesehen habe. Der Familie Popolski spielte alle großen Hits ihres Großvaters. Von Ein Stern bis zum großen Finale mit Cherry Cherry Lady. Und dazu kam ich mir auch zum ersten Mal seit Jahren richtig modisch vor.

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8 Kommentare zu “Der Familie Popolski hinter dem Flanellhemdäquator”

  1. Der Familie Popolski ist Kult. Die haben es ja
    sogar geschaft den WDR zu Hacken ;)
    Will die auch mal Live sehn du glücklicher,
    Hast du denn keine Bilder für ‘Amnasty
    International’ gemacht was für
    Menschenunwürdige verhältnisse hinterm
    Flanellhemdäquator warten. Das kann
    man doch niemanden antun.
    cu an other time
    on an other place

    der bagalutenGregor

  2. Miki sagt:

    Die besagte Familie kenn ich gar nicht. Aber man lernt ja nie aus.
    Aber ich will mal was zu den Ossi-Horden mit Scheiß-Frisuren sagen. Als ich das erste Mal im Westen war (11.11.89) hab ich gedacht, wie loofen die denn rum, DIE können doch die ganze Zeit alles kaufen ??!! So loofen die im Osten ja nicht rum!!
    Also siehste: das Entsetzen war auf beiden Seiten, aber die Ossis hatten wenigstens ne gute Ausrede!

  3. admin sagt:

    @bagalutenGregor
    Amnesty interessiert sich leider nicht für Klamotten. Sonst müssten die ja auch ständig einschreiten.

    @Miki
    Zugegenermaßen war vor allem gegen Ende der Achtziger auch im Westen nicht jeder gut gekleidet. Für meine Fotos aus dieser Zeit schäme ich mich auch noch heute ;-)

    Gruß
    Fulano

  4. Meine Güte als Ösi sagt mir das so gar nichts… Aber allgemein waren die 80 iger ein bisschen Hartcore in Sachen Mode. Dauerwellen Herrenmode in Pastellfarbem, brr…

  5. maria sagt:

    der familie popolski tritt dieses jahr übrigens auf der rheinkultur in den bonner rrheinauen auf ;)

  6. admin sagt:

    @Arven
    Wenn Ihr Ösis Euch mit Bayern wiedervereinigt, wirst Du sehen, was ich meine ;-)

    @Maria
    Dann geh hin. Kann ich nur empfehlen. Rheinkultur ist ohnehin klasse!
    Gruß
    Fulano

  7. maria sagt:

    ich geh auf jeden fall wieder hin, muss nur noch schaun wer wann wo spielt.
    allerdings ist am gleichen tag das viertelfinale der fußball-wm und wenn deutschland da spielt muss wohl der familie popolski warten ;)
    die wollen nämlich ne große leinwand aufstellen

  8. admin sagt:

    Wenn Deutschland dann tatsächlich spielt, müssen die Polen eben warten. Oder wir haun sie weg die Polen…. (Jetzt kriege ich diesen schmierigen Klinsi nicht mehr aus meinem Kopf)
    Gruß
    Fulano

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sind unpolitisch, aber nicht immer unparteiisch. Ich schreibe über Dinge, die mir auffallen, gefallen und manchmal auch missfallen. Das ergibt ein buntes Sammelsurium meiner Gedanken. Kommentare dazu sind erwünscht.