Eigentlich habe ich dieses sonderbare Gespräch gar nicht aufgeschnappt, sondern war selber beteiligt. Der Verwirrung tat dies keinen Abbruch. Neulich verließ ich gegen zehn Uhr abends das Haus, um noch kurz bei einem Freund vorbeischauen. Ich war noch nicht weit gekommen, als ich eine Stimme hörte.
Entschuldigung!
Ich sah mich neugierig um und entdeckte in einem der Nachbargebäude eine Frau, die im ersten Stock am offenen Fenster stand. Fragend sah ich zu ihr hoch.
Entschuldigung, wiederholte sie, können sie mir sagen, wie viel Uhr es heute morgen ist?
Kuhl? Das ist kein Rechtschreibfehler, sondern der Name des Mannes um den es sich in diesem Buch dreht. Jürgen Kuhl um genau zu sein. Obwohl in der ersten Person verfasst, wurde die Geschichte seines Lebens von Christoph Gottwald, einem zumindest in Köln recht bekannten Autor, geschrieben.
Wie Buchtitel und Cover schon vermuten lassen geht es um Falschgeld, genauer gesagt um mehrere Millionen erstklassig gefälschte US-Dollar. Hergestellt von eben jenem Jürgen Kuhl, einem Künstler, Modedesigner, Lebemann und einer Lokalgröße in der kölschen Unterwelt.
Vorhin beim Brötchen holen unterhielten sich zwei Jungs, die vor mir in der Schlange standen. Wohlwollend könnte man sie in die untere intellektuelle Mittelklasse einstufen.
Junge 1: Ey, die Pia und die Tamara sind heute einfach nicht zur Schule gekommen.
Junge 2: Echt nicht? Warum?
Junge 1: Weil dieser doofe Prinz heiratet. Ich kann den ja nicht leiden.
Junge 2 (leicht angesäuert): Wie Du kannst den nicht leiden?
Junge 1: Ja guck Dir die Schmierwurst doch an.
Junge 2 (ernsthaft böse). Sag nix gegen den Poldi, der kann auch nichts dafür, dass der Effzeh so scheiße spielt.
Da bleibt mir nur zu sagen. Willkommen in Köln. Die ganze Welt schaut nach London und wir denken bei einem Prinzen immer noch zuerst an Poldi.
Meine Zeit als Hooligan war kurz und ich selber habe dazu wenig beigetragen. Noch dazu war ich Hooligan des MSV Duisburg und damit eindeutig vom falschen Verein.
Es begab sich vor vielen Jahren. Ich war noch jung und der MSV Duisburg spielte noch in der ersten Bundesliga. Und es war Samstagnachmittag. Genauer gesagt war es erst kurz nach Mittag. Meine S-Bahn hatte gerade den Kölner Hauptbahnhof erreicht. Wenn ich mich recht erinnere, wollte ich in der City irgendein Geburtstagsgeschenk kaufen. Ich war noch verkatert vom Vortag und dementsprechend langsam. Daher war ich der letzte, der den Bahnsteig verließ.
Machen wir es kurz und bescheiden. Nennt mich Propheten, nennt mich die Person, die den Unterschied macht. Knapp fünf Monate ist es her, dass ich vom Leid geklagt habe, Fan des 1.FC Köln zu sein. Der beste Fußballclub aus der besten Stadt der Welt hatte damals gegen Hannover verloren und war ganz unten auf dem letzten Tabellenplatz angelangt. Der Trainer war gerade entlassen worden und niemand wusste wie es weitergeht.
Gestern hat der 1.FC Köln wieder gegen Hannover gespielt und mit 4:0 in Worten vier zu null gewonnen! Der sechste Heimsieg hintereinander, das hat es gefühlt seit Hennes Weisweiler nicht mehr gegeben. Unter dem neuen Trainer Frank Schäfer macht der EFFZEH wieder Spaß, Poldi schießt wieder Tore und die Welt ist schön. Und wer hat es vorausgesehen? Ich natürlich und zum Beweis zitiere ich mich mal selbst.
Karneval ist vorbei. Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr nicht so viel und nicht zu exzessiv zu feiern. Beides konnte ich nicht umsetzen. Freunde, das fantastische Wetter und der kleine Kölner in mir hielten mich davon ab. Gestern war ich dann zum krönenden Abschluss noch beim Rosenmontagszug. Zu Guttenberg und seine Plagiatsaffäre waren natürlich ein Thema. Gleichzeitig gab es aber auch einen Wagen, der selbst ein Plagiat war.
Dass Kölner keine Domina brauchen, habe ich ja schließlich schon vor einer Weile gesagt. Und einfach nur einen KEC-Spieler hinzuzufügen und das als eigene Kreativleistung zu verkaufen ist wirklich ein bisschen wenig. Aber ich will mal nicht so sein und außerdem ist bei mir nach dem ganzen Feiern heute Katerstimmung angesagt.
Fulano hat nicht alle Tassen im Schrank, aber auch sein Spenderherz schlägt für Köln.
Heute Morgen klingelte es in aller Herrgottsfrühe an der Tür. Müde wie ich war öffnete ich und da stand er vor mir. Hermes, der Götterbote. In der Hand hielt er nicht Ambrosia, sondern ein kleines Päckchen, für das ich auf einer magischen Tafel unterschreiben musste.
Ich legte es achtlos in die Küche und machte mir erstmal einen Kaffee. Vermutlich hatte meine Frau mal wieder etwas aus AMAZONien bestellt. Während die Senseo blubberte, warf ich noch einmal einen Kontrollblick auf die Götterbotschaft und sie war erstaunlicherweise für mich. Absender war ein gewisses Fensterhäschen. Nach dem ersten Schluck Kaffee fiel mir auch wieder ein, dass ich beim Windowsbunny im letzten Jahr ein Spenderherz gewonnen hatte, das ich aufgrund der gleichen Blutgruppe ausgewählt hatte. Man weiß ja nie, wann man so etwas mal braucht.
sind unpolitisch, aber nicht immer unparteiisch. Ich schreibe über Dinge, die mir auffallen, gefallen und manchmal auch missfallen. Das ergibt ein buntes Sammelsurium meiner Gedanken. Kommentare dazu sind erwünscht.