Kölns U-Bahn Mafia
Köln nennt sich gerne die nördlichste Stadt Italiens und bezieht das vor allem auf die Mentalität der Stadt und ihrer Menschen. Tatsächlich ist das Lebensgefühl in der Domstadt entspannter als in vielen anderen Städten Deutschlands.
In letzter Zeit herrschen in Köln allerdings immer italienischere Verhältnisse und das eindeutig im negativen Sinne. Klüngel, das kölsche Wort für Vetternwirtschaft, gab es in Köln schon immer. Im richtigen Karnevalsverein zu sein, hat schon so manchen Unternehmer dicke Aufträge verschafft. Doch was beim Kölner U-Bahnbau geschehen ist geht weit über Vetternwirtschaft unter Saufkumpanen hinaus.
Der Einsturz des Stadtarchivs vor knapp einem Jahr hatte nicht nur den Verlust von zwei Menschenleben und wichtigen kulturellen Hinterlassenschaften zur Folge. Im Zuge der Untersuchungen des Einsturzes kommen immer mehr schockierende Informationen ans Tageslicht. Stahl, der eigentlich für die Stabilisierung der Wände vorgesehen war wurde unter der Hand auf dem Schwarzmarkt verkauft. Damit dieser Diebstahl nicht auffällt, wurden die entsprechenden Baupläne einfach gefälscht. Die zuständigen Ingenieure von Bilfiger Berger hielten es nicht einmal für notwendig, sich die Baustelle anzusehen und bestätigten die Sicherheit des Baus deswegen einfach von ihrem Schreibtisch in München. Mittlerweile ist klar, dass dieser Baupfusch nicht nur die Einsturzstelle, sondern auch zahlreiche andere Bereiche und Haltestellen betrifft.
Das sind mafiöse Strukturen, die nicht nur bereits zwei Menschenleben auf dem Gewissen haben, sondern auch tausende weitere gefährden können. Hier muss schnell und konsequent durchgegriffen werden. Denn so sehr ich Köln und Italien mag.
Ich möchte nicht in einer Stadt wohnen, die für ihren schiefen Dom bekannt ist und Italien hat gezeigt, das die Mafia noch viel schlimmere Folgen haben kann.
Aber eins verspreche ich Euch:
Wenn Silvio Berlusconi irgendwann unser Bürgermeister sein wird, werde ich ihm noch bei der Amtseinführung ein Modell des Kölner Doms an den Kopf werfen!
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Tags: Baupfusch, Bilfiger Berger, Dom, Einsturz, Köln, Kölner Dom, Mafia, Silvio Berlusconi, Skandal, Stadtarchiv, U-Bahn



Harte aber wahre Worte die Du da schreibst. Und bis jemand über seine Heimatstadt schlecht schreibt braucht es glaube ich schon einiges an Vorkommnissen.
Ich verfolge diese Vorgänge nun auch schon einige Zeit und muss echt sagen – Köln muss froh sein, dass bisher noch nichts schlimmeres passiert ist und eine höhere Anzahl an Menschenleben gefordert wurde.
Leider wird auch dieser Sumpf nicht versickern und die wahren Schuldigen werden nicht gehängt. Zuvor entlässt man lieber irgendwelche Opferlämmer, denen man die Schuld zuschiebt. Traurig, aber das ist eben aus Deustchland (inzwischen) geworden.
Willkommen bei mir. Leider hast Du recht. Ich liebe Köln, deswegen fällt es mir auch schwer, so etwas zu schreiben.
Aber vermutlich wird dieser Sumpf wirklich nicht so schnell versickern. Stattdessen wird beim nächsten Hochwasser wohl die Uhbahn gefliutet
Gruß
Fulano
Danke fürs Willkommen
. Das mit dem fluten ist schon der Hammer, der absolute Wahnwitz. Anderenorts versucht man Gebäude bei Hochwasser zu schützen und in Köln flutet man U-Bahnschächte, damit kein größerer Schaden entsteht. Wärs nicht so traurig würde ich sagen, in Köln ist immer noch Karneval.
Notfalls machen wir aus Köln halt Venedig
Ist ja auch italienisch und Karneval feiern tun die ja auch.
Gruß
Fulano
Ich habe das von Anfang an verfolgt und bin beeindruckt. Dass in Köln die Uhren anders ticken, ist ja nichts Neues. Man denke nur an diverse Beraterverträge, über die vor nicht allzu langer Zeit ausgiebig diskutiert wurde. Köln tickt einfach: man muss nur die richtigen Leute kennen, dann läuft die Sache schon. Aber die U-Bahn-Sache toppt alles bisherige um Längen.
Die KVB macht in meinen Augen eine sehr schlechte Figur in der Angelegenheit. Das tut sie aber ohnehin schon seit Jahren. Unterhalte dich mal mit Hauseigentümern, die an der Bautrasse Grundbesitz haben und lasse dir die Keller zeigen und die Reaktion der KVB darauf, wenn man ihr fingerdicke Setzrisse zeigt. Mich hat der Einsturz des Stadtarchivs nicht verwundert. Und ich hoffe sehr, dass nicht noch mehr passiert.
Ich hoffe, dass die anstehenden Untersuchungen nicht dazu genutzt werden, Dinge zu vertuschen oder verschwinden zu lassen.
In Köln ist der Klüngel mal wieder aufgeflogen, allerdings ist dies nicht nur in Köln so mit der Vetternwirtschaft. Das ist in Deutschland selbst im kleinsten Kaff so. Bist Du nicht in den Dorfvereinen, bist du ein Niemand. Zu Berlusconi, aber gut zielen dann denn bei seiner Körpergröße ist der nicht leicht zu treffen.
Also zur ehrettung Kölns die Schuldigen Drecksäcke kommen deinem Bericht nach ja aus München und sone Aktion könnte überall in Deutschland passieren, sein wir mal ehrlich, ich hab auf dem Bau gearbeitet und was da Teilweise von einigen Gewerken präziser einzelnen Firmen spezieller Gewerke gepfuscht und vertuscht wird, unmöglich aber wahr.
Aber du hast recht das bild das derzeit auf Kölle fällt ist kein besonders glänzendes.
Und zu Berlusconi bitte Modell des Doms in H0 minimum verwenden
cu an other time
on an other place
der bagalutenGregor
und das traurige ist, dass niemand sicher sein kann, ob da wirklich alles sicher ist. denn wie heute berichtet, kommen ja immer mehr pfuschstellen zum vorschein.
am besten alles zubetonieren, die verantwortlichen 20 jahre in den kerker und oberirdisch weiterfahren…
@hans nicht in den Kerker mit denen mit einbetonieren Basta!
cu an other time
on an other place
der bagalutenGregor
@bagalutenGregor: Betonschuhe in Größe 74 tun es auch. Und dann gleich neben der Deutzer Brücke mit ner Narrenkappe auf dem Kopp als Boje einsetzen. Dann war deren Leben wenigstens nicht ganz umsonst
@quadratmeter
Leider ist die KVB im vertuschen mindestens so gut wie im verpfuschen. Aber hoffen wir das beste.
@Alex
Willkommen bei mir. Köln ist eben ein großes Dorf.
Zu Berlusconi. Ich hab früher Handball gespielt. Das krieg ich schon hin
@Bagalutengregor
Ja gepfuscht wird überall. Aber es kommt auf das Niveau an. Wie sagte gestern Abend ein Kumpel von mir, der viel Erfahrung auf dem Bau hat.
Wenn Du fünf Stahlgerüste einbauen sollst, kannst Du ja mal eins klauen, aber nicht vier!
@Hans
Genau das macht mir auch Sorgen.
Zu Euren Bestrafungsvorschlägen. Die gefallen mir alle sehr gut. Ich würde aber zusätzlich den Pranger wieder einführen, damit alle Kölner sie beschimpfen und mit faulem Obst und Gemüse beschmeissen können. Danach dann gerne Thomas Variante
Gruß
Fulano
In diesem unwahrscheinlichen Fall würde ich, Herr rundumkiel, mich anbieten, hier den einen oder anderen Gastbeitrag zu schreiben. Denn Herr Fulano wird, zwar glücklich über die gelungene Wurfaktion, sicher einige Zeit dort sein, wo bloggen sicher nicht zur täglichen Freizeitbeschäftigung gehört… Ich komme dann vorbei, mache Interviews und blogge dazu… So bleibt Herr Fulano für alle das, was er ist: Ein netter Blogger mit guten, aber risikoreichen Ideen…
Aber wenn der Superintaliener OBM von Köln würde, dann müsste er ja auch an diesen ganzen Karnevalssitzungen teilnehmen. Aus der Sicht eines Norddeutschen ist das Strafe genug…
)
Ich verstehe im Übrigen nicht, wieso der Leiter des Stadtarchivs so ignoriert wurde, als er bereits in 2008 auf erhebliche Gebäudemängel hinwies. War es nicht ein Kölner Statikbüro, das unter anderem vor ort geprüft und die Angelegenheit für undenklich gehalten hatte?
Und was war mit dem Kirchtur im Servinsviertel, der auf einmal behauptete, aus Pisa zu sein?
@rundumkiel
Schön zu wissen, dass ich im Ernstfall eine Knastvertretung hätte.
@quadratmeter
Eine sehr berechtigte Frage. Ich glaube das liegt an Artikel 3 des kölschen Grundgesetz.
Et hätt noch immer jot jejange!
Ich befürchte, darauf hat man zu lange gebaut. Wobei gebaut in diesem Zusammenhang schon fast makaber wirkt.
Gruß
Fulano
Ich würde dazu tendieren das Die Statiker fahrlässiger weise nur die Bausubstanz des Stadtarchivsprüften nicht die des U-BahnTunnels,
cu an other time
on an other place
der bagalutenGregor
PS: Könntest du das Kölsche Grundgesetz mal Bloggen
@bagalutengregor
Irgendwann, wenn ich mich nicht so wie jetzt über meine Lieblingsstadt aufrege, werde ich das tatsächlich mal bloggen.
Gruß
Fulano