WM-Abseits 2014: Chile

1513299_671863806198339_1988587881_nBald geht es endlich los. 32 Nationalmannschaften kämpfen in Brasilien um die Weltmeisterschaft. Um die Vorfreude noch zu steigern, gibt es bei der Aktion “WM-Abseits” 32 Blogs, die Euch jedes Teilnehmerland ein wenig näher bringen wollen. Heute ist bei mir Chile im Angebot. Ich bin gespannt, ob Ihr es genauso interessant findet wie ich.

Chile: Der Name des südamerikanischen Landes stammt vermutlich aus der Sprache der Aymara und geht auf das Wort “chilli” „Land, wo die Welt zu Ende ist“ zurück. In Chile ist es im Juli kälter als im Januar und im Norden wärmer als in Süden. Ohnehin ist aus unserer Sicht hier vieles anders.

Chile ist lang, schmal, wild, extrem. Mit anderen Worten: Chile ist die Kate Moss unter den Ländern. Im Norden liegt Chile näher am Äquator als Rio de Janeiro und anderen Ende näher am Südpol als jedes andere Land dieser Welt. Das Land erstreckt sich auf dem südamerikanischen Kontinent über 4.275 Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der Anden und des Pazifischen Ozeans. Wenn man den antarktischen Teil hinzuzählt sogar circa 8.000 Kilometer. Dazu ist Chile aber durchschnittlich nur circa 180 Kilometer breit. An der engsten Stelle 90 Kilometer, an der breitesten Stelle etwa 440 Kilometer.

Passend dazu bauen die Chilenen übrigens auch Ihre Pools, wie den größten der Welt in der Ferienanlage „San Alfonso del Mar“.

Aussagen wie: Ich bin zwei Bahnen geschwommen

oder: Ich bin bis zum Beckenboden getaucht.

Bekommen bei mehr als einem Kilometer Länge und bis zu 35 Meter Tiefe des Pools doch gleich eine ganz andere Bedeutung. Doch zurück zum Land.

Auch sonst gibt es in Chile viele Rekorde, wie die südlichste Brauerei der Welt. Die Cerveceria Polar-Malterias Unidas S.A. in Punta Arenas liegt auf dem 53,1° südlicher Breite. Passenderweise braut man dort ein “Polar-Pilsener”. Weiterhin findet sich in Chile der Ojos del Salado, mit 6.887 Metern der höchste Vulkan der Welt.

Besonders beeindruckend finde ich aber folgenden Rekord. In Arica im Norden des Landes regnete es zwischen Oktober 1903 und Januar 1918 keinen einzigen Tropfen. Das ist etwas weniger verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Niederschlag pro Jahr bei einem Millimeter liegt. Wer also seine Regenschirme für immer einmotten will, ist hier genau richtig aufgehoben.

Gegessen und getrunken wird in Chile natürlich auch.

Ich verbinde mit Chile kulinarisch vor allem zwei Dinge. Den erfrischenden Pisco Sour, ein Cocktail, der vor allem aus Pisco (einem Traubenschnaps), Limettensaft und Puderzucker besteht. Das chilenische Nationalgetränk passt immer. Aber Vorsicht, es schmeckt wie Limonade und haut einen um wie Schnaps.

Dazu schmeckt eine Empanada de Pino. Die traditionelle Fleisch-Pastetchen gibt es fast überall in Südamerika, aber die Pino Füllung ist typisch chilenisch. Fein gehackte Zwiebeln, gewürfeltes Fleisch, hart gekochte Eier und Rosinen. Die Zusammensetzung der Füllung klang für mich erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig, aber seit ich die Empanadas zum ersten Mal bei chilenischen Freunden gegessen habe, bin ich süchtig.

Chilenische Freunde, super Überleitung. Jene chilenische Familie, die ich nun schon seit vielen Jahren kenne macht nämlich nicht nur leckeres Essen, sondern und das hauptberuflich auch verdammt gute Musik. Ich präsentiere die Familie Tobar.

Fehlt noch was? Ach ja, Fußball. Schließlich geht es ja um die WM, die gar nicht so weit entfernt von Chile in Brasilien stattfindet. Was kann man da von Chile erwarten?

Das ist eine gute Frage. Chile geht mit den Stars Alexis Sanchez, der in der abgelaufenen Saison 34 Einsätze und 19 Tore für den FC Barcelona machte und Arturo Vidal von Juventus Turin in das Turnier. Hinter Vidals Leistungsfähigkeit steht allerdings ein großes Fragezeichen, da er sich erst vor kurzem einer Meniskusoperation unterziehen musste. Ohne ihren Mittelfeldmotor und wichtigsten Spieler würde es ganz schwer für die Südamerikaner, die eine der schwersten Gruppen erwischt haben. Nach dem Start gegen Australien warten Weltmeister Spanien und Vizeweltmeister Niederlande als weitere Gruppengegner.
Mit anderen Worten: Auch mit Arturo Vidal werden es die Chilenen verdammt schwer haben.

Bald geht es los und wir werden sehen.

Morgen bleibt das WM-Abseits übrigens in Südamerika und ChrisTin stellt Euch Ecuador vor. Ich bin gespannt.