Picasa es su casa – Gesichtserkennung ist nicht ungefährlich


Neulich habe ich meinem Vater geholfen, ein paar Programme auf seinem neuen Computer zu installieren. Weil er gerne und viel fotografiert und dementsprechend viele Fotos sortieren muss, hatte er auch auf dem alten Rechner schon Picasa von Google genutzt. Als ich die aktuellste Version der Software installieren wollte, musste ich leider feststellen, dass es diese noch nicht auf Deutsch gibt. Das fand ich besonders deswegen schade, weil Picasa ab Version 3.5 eine automatische Gesichtserkennung hat. Seit ich bei einem Kumpel auf seinem Mac gesehen habe, wie das mit I-Photo funktioniert, wollte ich das endlich auch mal am PC ausprobieren.
Gesagt getan, dann eben auf Englisch. Also schnell installiert und los ging es mit der großen Sucherei. Kleiner Tipp am Rande: Unter Tools / Foldermanager kann man bei Picasa einstellen, welche Ordner durchsucht werden sollen. Das sollte man auch tunlichst machen, denn ansonsten checkt Picasa den gesamten Computer, was erstens unnötig lange dauert und zweitens jede Menge Fotos mit einschließt, die man normalerweise nicht in seiner Datenbank haben möchte.
Jetzt ist es eigentlich ganz einfach. Picasa scannt alle in den Ordnern vorhandenen Fotos nach Gesichtern und zeigt diese an. Im Idealfall benennt man dann das erste von jeder Person und Picasa findet alle weiteren Fotos. Ganz so ist es natürlich noch nicht, schließlich ist es ein Gratisprogramm und nicht das neueste Terrorbekämpfungstool der CIA. Gerade am Anfang muss man viele Gesichter noch per Hand der betroffenen Person zuordnen, beziehungsweise falsch zugeordnete entfernen. Dadurch lernt Picasa aber wieder dazu und kann so immer mehr Gesichter zuordnen. Es bleibt eine Menge Handarbeit, insbesondere bei meinen Karnevalsfotos ist Picasa gnadenlos gescheitert.
Trotzdem kann ich aus meiner Sicht das Programm durchaus empfehlen.
Besonders gefällt mir, dass ich einen ganz neuen Blick auf meine Digitalfotos bekommen habe. Denn die Software präsentiert alle gefundenen Gesichter im gleichen Format, unabhängig davon, wie prominent die Person auf dem eigentlichen Bild abgebildet ist. Gerade bei Fotos in hoher Qualität gibt es da mehr zu entdecken als man denkt. Da tauchen dann plötzlich die Gesichter von Tom Cruise oder Brad Pitt auf, weil ich irgendwelche Filmplakate im Hintergrund mitfotografiert hatte.
Zum Abschluss möchte ich aber auch noch vor diesem Programm warnen. Denn nicht allen gefallen die Ergebnisse der Gesichtserkennung. Vor allem die falsch zugeordneten Gesichter können einen in Teufelsküche bringen. So könnte es beispielsweise der aktuellen Freundin nicht besonders gut gefallen, wenn sie in den Ordner der Ex einsortiert wird. Wenn Mutter und Sohn als eine Person interpretiert werden, gefällt das traditionsgemäß der Mutter eindeutig besser als dem Sohn. Diese Liste könnte noch endlos fortgesetzt werden.
Mein Vater hat es aber zum Glück locker genommen, dass ein Karnevalsfoto von einem Kumpel in seinem Ordner landete, auf dem erwähnter Kumpel aussah wie ein Triebtäter.
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Tags: Bilder, Che Guevara, Datenbank, Fotos, Gesichtserkennung, Google, I-Photo, Picasa, Software, Sortieren


Ich finde es eher erschreckend im Hinblick auf die Tatsache, wie schnell Software soweit sein könnte, beinahe eindeutig jedes Bild im Internet einer Person zuordnen zu können…
Tja, das ist leider die andere Seite der Medaille. Daher achte ich auch immer darauf, sowenige Bilder wie möglich von mir in das Internet gelangen zu lassen.
Gruß
Fulano
Das finde ich klasse. Wann kommt diese Version denn auf deutsch raus???
Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Deswegen habe ich auch die englische genommen. Ist aber nicht sonderlich schwer zu verstehen.
Gruß
Fulano
ich bin eh irgendwie auf der suche nach einem fotosammlung-verwaltungs tool! ich möchte vorallem fotos “taggen” also z.B. mit Städtenamen oder so! Kannst du mir das empfehlen?
Achja und ist das zwingend an einen online-account gebunden bei goolge? will ja nich das direkt alles online steht
das mit gesichererkennung ist natürlich auch ne nette spielerrei
Hallo Babel,
also der Onlineaccount ist nicht notwendig. Sonst hätte ich es gar nicht erst gemacht.
In Bezug auf Städte und Orte, kannst Du die Fotos scheinbar mit einem Klick auf die entsprechende Stelle bei Google Earth geotaggen. Hört sich ganz witzig an, habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Gruß
Fulano
Klingt ja ganz Interessant, ich probier ja gerade FLICKR aus.
Auch weil ich nicht alle Daten bei Google ablegen möchte.
Der Suchriese soll es schon etwas schwere haben mit mir
Diese Gesichtserkennungssache is nen nettes Spielzeug das ich Datenschutzrechtlich recht bedenklich finde. Stell dir vor Facebook oder meinVZ würde sowas einführen, mit einem Klick Alle Bilderr einer Persohn anzeigen können, Mit ner Datenbankanknüpfung (nicht die Private zu Hause die Öffentliche im Netz is gemeint) wäre (oder is?) ein gefährliches Werkzeug. Denn das Problem ist ja nicht das wir solche Techniken haben sondern auch das wir sie einsetzen werden.
Es giebt da einen Brisanten Vorfall aus Groß Britanien von vor 8 Jahren wo jemand wegen Terror verdacht festgenommen wurde als er die U-Bahn verließ. Nur weil ein COMPUTER ihn verwechselt hatte.
also viel spass damit pass auf was du damit anstellst,
aber du bist ja sehr vernüftiger Zeitgenosse
cu an other time
on an other place
der bagalutenGregor
diese gesichtserkennungssache ist bei Orkut wohl dabei… das ist son SozialMedia Dingen von Google
http://www.googlewatchblog.de/2009/07/17/orkut-erkennt-jetzt-gesichter-auf-fotos/
@bagalutenGregor
Also meine Gesichtserkennung bleibt privat. Online finde ich das auch extrem bedenklich. Du hast da natürlich ein Extrembeispiel gewählt, aber es reicht ja schon, wenn der Chef seinen Mitarbeitern nachspioniert.
@Babel
Kannte Orkut bisher noch gar nicht, aber bei Google wundert mich nichts.
Gruß
Fulano
Klar, das fängt an wenn die Frau einem in der Zeitung sieht wie mann mit einer anderen Knutscht, es aber nicht ist. Normalerweise hätte Sie das Bild nie gesehen, weil es aus einer Brasilianischen Zeitung stammt. Nun war das Bild aber im Netz und mit Gesichtserkennungssoftware hat, die Leicht neurotische und eifersüchtige Frau die Google Bildersuche gescant. Das Bild ging durch die Fehler Toleranz, es war einer von Hundert fällen wo die Gute Software versagt. Er kommmt von der Geschäftsreise nach Hause und darf sich anhören was fürn schwein er Sei, Sein glück er war in Ägypten. Hätte aber auch anders ausgehn können. Man kann den Fortschrit nicht aufhalten, soweit es dann einer ist, wie schon Capt. Kirk von der Enterprise in der Folge Computer M5.
@babel Google hat Social Media Krams ??? WoW:
Ernsthaft wir müssen extreme aufpassen was wir mit unseren Erkenntnissen anfangen, aber das hast du ja im Zeitreise Artikel schon schön beschrieben.
cu an other time
on an other plae
der bagalutenGregor