Galileo MistTheorie I
Verschwörungstheorien, Geheimnisse der Geschichte, Mythen etc.
Ich muss zugeben, ich steh drauf, mich mit solchen Themen zu beschäftigen.

Aiman erklärt uns die Welt
Zumindest wenn sie ordentlich aufbereitet werden. Mit anderen Worten, wenn Aiman Abdallah seine Hände nicht im Spiel hatte. Dessen sogenanntes Infotainment Magazin Galileo Mystery ist so etwas wie der MacGyver unter den Fernsehsendungen. Der schafft es schließlich, aus einem Stück Alufolie, einem Apfel und einem Stück Schnur ein Mobiltelefon, oder wahlweise eine Bombe zu bauen.
Bei Galileo machen die das so ähnlich. Aus einem verblichenen Deckengemälde im Süden Frankreichs, einem menschlichen Knochen in Jerusalem und der vagen Aussage eines längst verblichenen Papstes machen die den Beweis für die tatsächliche Existenz einer Päpstin, oder auch wahlweise die wahre Geschichte der Templer.
Unterstützt wird Aiman dabei immer von einer ganzen Horde von sogenannten Wissenschaftlern und Experten, deren schauspielerisches Talent nicht einmal für Lenssen und Partner reichen würde. Viele eindrucksvolle Bilder im Stile eine B-Movies runden den Informationsgehalt der Sendung ab.
Aber nehmen wir ein konkretes Beispiel und zwar die Folge Ufos – Sind sie wirklich gelandet
(Ich bezieh mich auf eine Folge von 2007, weil ich auf irgendeinem Dokusender vor kurzem die Wiederholung gesehen habe.)
In den ersten drei Minuten erfahren wir, dass es vor Jahren eine angebliche Ufosichtung über Großbritannien gegeben hat. Zahlreiche Zeugen hatten damals in unterschiedlichen Regionen seltsame, sich bewegende Lichter am Nachthimmel bemerkt. Wie bei Galileo üblich, wurde dies aus der Sicht jedes einzelnen Zeugen nachgestellt. Inklusive verwackelter, scheinbar mit einer Nachtsichtkamera aufgenommener Bilder aus der Sicht des Ufos.
Vierzehn Jahre gab es keine andere Erklärung. Jetzt aber wird der Mann, der damals die Ermittlungen leitete, erstmals im deutschen Fernsehen auftreten. Nick Pope, mit dem Aiman auch gleich redet, der aber nur erzählt, dass er den Fall nie klären konnte.
Natürlich findet das Gespräch nicht in einem stinknormalen Büro, sondern in einem heruntergekommenen Keller in Berlin statt, der in eine Art Batmanhöhle umgewandelt wurde. Rasante Schnitte, ständige Lichtwechsel und sogar künstlicher Nebel werden zur Verdeutlichung des wissenschaftlichen Anspruchs eingesetzt. Ganz wichtig ist es auch, ständig nichtssagende Informationen auf Glasscheiben zu schreiben, die kann man nämlich so toll von beiden Seiten filmen. Das übernimmt ein selbsternannter Ufoexperte. Kurz darauf kommt auch noch Dr. Edgar Wunder ins Spiel. Man möchte meinen, der Name wäre erfunden, aber er ist echt. Er ist im wahren Leben wissenschaftlicher Angestellter an der Uni Heidelberg. Dr. Wunder lässt eine Gruppe von Probanten aus Lichtern bestehende Flugobjekte zeichnen, die sie nur für eine Sekunde im Hintergrund eines Nachthimmels zu sehen bekommen. Aiman guckt dazu erst klug und dann total verblüfft, weil seltsamerweise nicht alle genau das Richtige und sogar unterschiedliche Dinge gezeichnet haben. Damit hat Galileo Mystery zum ersten Mal in der Geschichte bewiesen, dass Zeugenaussagen variieren können. Dafür schon einmal ein großes Dankeschön.
Schon geht es Schlag auf Schlag weiter. Nachdem Aimans Team eindrucksvoll bewiesen hat, wie wenig Zeugenaussagen wert sind, beweist es mit Hilfe der Aussagen im untersuchten Ufofall, dass es sich nicht um eine Passagiermaschine gehandelt haben konnte. Clever.
Teil zwei gibt es hier
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Tags: Abdallah, Aiman, Fernsehen, Galileo, Mystery, Ufos, Volksverdummung

