oder: Unternehmen sind doch keine Fernsehserien

Momentan wird ja mal wieder über die Einführung einer Frauenquote diskutiert. Angela Merkel, die einst als Quotenostfrau ihre Karriere startete, ist dagegen. Kristina Schröder aka Köhler, deren Karriere hauptsächlich darauf beruht, dass sie jung, weiblich und aus dem richtigen Bundesland kommt auch. Ulla von der Leyen, deren Karriere als einzige nicht auf Quoten sondern auf den richtigen politischen Verbindungen beruht, ist hingegen dafür. Klingt seltsam, ist aber so.

Worum geht es bei der Frauenquote eigentlich? Letztlich darum, dass aus Sicht der Politik und vor allem von Frauen in Führungspositionen zu wenig Frauen in Führungspositionen sind. Tatsächlich gibt es vor allem in den Vorstandsebenen extrem wenige Frauen. Dem gegenüber stellen Befürworter de Frauenquote gerne die Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller Abiturienten und Studenten weiblich sind.

Ungerecht? Vielleicht, aber betrachtet man die Vorstände genauer vielleicht schon etwas weniger. Denn das typische deutsche Vorstandsmitglied ist nicht nur männlich und trägt einen dunklen Anzug, sondern ist auch im gesetzteren Alter.  Daher hat erstaunlicherweise keiner von ihnen in diesem Jahr Abitur gemacht, oder sein Studium abgeschlossen. Wenn man also Statistiken bemüht, dann doch bitte welche aus relevanten Jahren.

Trotzdem wären Frauen auch anhand dieser Zahlen unverhältnismäßig gering in Führungspositionen vertreten. Das liegt nicht nur daran, dass Frauen öfter als Männer Kinder kriegen und es mehr Hausfrauen als Hausmänner gibt. Ohne Frage liegt es auch daran, dass Frauen in der Vergangenheit vielfach diskriminiert wurden und es teilweise noch heute werden. Aber Diskrimination kann doch nicht durch mehr Diskrimination gelöst werden. Und genau das wäre eine Frauenquote.

Sie würde Frauen benachteiligen, weil sie ihnen die Fähigkeit abspricht, einen derartigen Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen. Letztlich würden sie dadurch ja mit Behinderten verglichen, für die es ja auch eine gesetzliche Quote gibt. Männer würden ebenfalls diskriminiert. Schließlich würde eine Frauenquote bedeuten, dass in manchen Fällen Frauen gegenüber Männern mit gleicher oder sogar besserer Qualifikation ungerechte Vorteile hätten.

Nicht zu vergessen die Unternehmen, die in ihrem demokratischen Recht der freien Selbstbestimmung eingeschränkt würden. Denn Firmen sind keine Fernsehserien, die die Besetzung der Hauptrollen dem Diktat des Publikums unterwerfen. Deswegen gibt es ja in Serien auch immer die Quotenneger, -schwulen,-türken etc. und für die vielen weiblichen Zuschauer ohnehin mehr als genug Frauenrollen. Doch Unternehmen sind wie schon erwähnt keine Fernsehserien.

Ein Unternehmen sollte seine Hauptrollen völlig unabhängig besetzen. Jedes erfolgreiche Unternehmen wird dafür über kurz oder lang versuchen, die besten Kräfte anzuheuern. Ganz unabhängig davon ob männlich oder weiblich. Denn irgendwie sind Unternehmen vielleicht doch ein wenig wie Fernsehserien. Nur heißen ihre Quoten Bilanzen. Und wenn die schlecht sind, dann werden auch hier die schlechtesten Rollen neu besetzt.

Es gäbe vermutlich noch unglaublich viel zu diesem Thema zu schreiben und unzählige Fakten, die ich nicht erwähnt habe. Denn dieser Text ist meine Meinung zum Thema Frauenquote und ich würde gerne Eure hören. Mögen die Diskussionen beginnen.