Lesetipp: Jörg Juretzka – Der Willy ist weg

Von den Stormfuckers, McDagobert, Dagmar Berghoff und dem Willy

Wenn ich über alle Bücher schreiben würde, die ich gelesen habe, dann käme ich vermutlich nicht mehr zum Lesen. Aber manche Bücher haben es verdient und Der Willy ist weg von Jörg Juretzka gehört eindeutig dazu.

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In Mülheim an der Ruhr wird ein reicher Erbe entführt und Privatdetektiv Kristof Kryszinki ermittelt. Das hört sich wie ein Ruhrpottkrimi an und irgendwie ist es das auch. Aber eben nur irgendwie. Denn Kristof Kryszinski ist nicht irgendein Privatdetektiv. Gemeinsam mit der Rockergang Stormfuckers lebt er in einer alten Villa. Das Ganze erinnert eher an eine Hippiekommune, als an das Hauptquartier einer knallharten Rockerbande. Höhepunkt des Jahres ist dort traditionell das Reise nach Jerusalem Spiel an Weihnachten. Den Rest des Jahres verbringt man damit, mit möglichst wenig Aufwand ausreichend Geld für ihren Lebensstil, Drogen und Alkohol zusammenzubekommen.

So ermittelt Privatdetektiv Kristof Kryszinski beispielsweise für die bekannte Fast-Food-Kette McDagobert, die unter mysteriösen Anschlägen leidet. Seine Bemühungen sind überaus chaotisch, weitestgehend erfolglos aber dafür gut bezahlt und deswegen trotzdem erfolgreich. Doch dann gerät das wohlgeordnete Chaos von Kristof und den Stormfuckers auf einmal aus den Fugen. Denn der Willy ist weg.

Willy ist ein sexsüchtiger Freak. Seine Obsession für Dagmar Berghoff lebt er durch regelmäßige Briefe an die Moderatorin aus. Kein Wunder, dass er unter den Stormfuckers so beliebt ist. Außerdem hat er geerbt und ist deswegen der Besitzer der Villa, in der sie leben. Dann wird er aus heiterem Himmel entführt. Doch Kristof macht sich mit Hilfe seiner Kumpel auf die Suche. Die führt ihn in holländische Puffs und zu Nazirockern. Dass die Polizei ihn berechtigterweise unter Verdacht hat, gewisse Straftaten begangen zu haben, macht die Sache nicht leichter.

Was sich durchgeknallt anhört ist es auch, aber absolut lesenswert. Selten habe ich beim Lesen eines Buches so gelacht. Doch das kann man auch erwarten, wenn ein Buch mit folgendem Satz beginnt.

Holland! In dieser nach verklappter Schweinescheiße stinkenden, platten Ödnis möchte ich nicht tot überm Zaun hängen.

Diese und weitere Buchempfehlungen von Fulanos Worten


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23 Kommentare zu “Lesetipp: Jörg Juretzka – Der Willy ist weg”

  1. CONeal sagt:

    :D Das klingt echt interessant, vor allem auch für mich. Der, der nicht so gerne ließt.
    Das Buch kommt auf jeden Fall mal auf die “könnte man sich mal holen”-Liste ;)

  2. HAHAHAHA…
    Sehr geil. :-D

    Klingt wie ein Buch, wie für mich geschaffen. :-P
    Erinnert mich stark an die Carlo Manzoni-Reihe. (“Der Hund trug keine Socken” z.b.)

    Wie war´s denn auf der Buchmesse???

    • admin sagt:

      Manzoni kannte ich noch gar nicht, hört sich aber nach kurzer Google Suche sehr interessant an.
      Was die Buchmesse angeht, war es ähnlich wie in Leipzig. Auch Frankfurt wimmelte von seltsamen und durchweg hässlichen Manga-Gestalten und die Bücher konnte man nicht kaufen. Aber ein paar schöne Lesungen gesehen.
      Gruß
      Fulano

  3. Nicole* sagt:

    Ich hatte ja schonmal erwähnt, dass ich eher nicht so zu den Lesenden gehöre… und auch Rockerbanden und Privatdetektive lassen mich jetzt nicht nicht in Freudenstürme ausbrechen… ABER der letzte Satz… der hat dazu geführt, dass ich tatsächlich sehr stark am überlegen bin, ob ich mir dieses Buch nicht doch mal zu Gemüte führen sollte – sehr geil :-D

    • admin sagt:

      Ja, der Anfang ist schon geil. Nur für Dich verrate ich auch noch die nächsten Sätze.

      Oh, ich war vergnügt. Von mir aus, dachte ich, soll sich die Nordsee das ganze Land zurückholen. Über Nacht. Sobald ich hier raus bin.
      Ah, ich war in trefflicher Stimmung. Ein Auge komplett dicht, die Zähne in, was man als “Zustand vor Tütensuppe” bezeichnen muss, beide Klöten dick wie Pampelmusen, so hockte ich bibbernd im eiskalten Fahrtwind und fühlte mich prächtig.

      Immer noch neugierig? ;-)
      Gruß
      Fulano

  4. Bruder Grimm sagt:

    Da meine Lesezeit stark begrenzt ist, bin ich für solche Tipps sehr dankbar. Wieviele Seiten habe ich vor mir?

    • Wenn du willst, komme ich Abends vorbei, bringe dich ins Bettchen und lese dir was vor, lieber Märchenonkel.

      Du gehörst ja quasi zur Familie…

      • admin sagt:

        Zur Info an Euch beide. Entspannte 286 Seiten zum (vor)lesen. Viel Spaß dabei ;-)
        Gruß
        Fulano

      • Hey Fulano, habe mir gerade überlegt, dass ich das Bunny auch mitbringe.
        Dann können wir dem Märchenonkel sogar zweistimmig und die verschiedenen Charaktere NOCH toller vorlesen.

        Machste mit??? (Ich hoffe, wir passen alle zum Märchenonkel ins Bett und euch Widern die Schlafanzüge vom Bunny nicht an) :-P

      • Windowsbunny sagt:

        Hat die Vorstadtprinzessin usn nicht schon gebucht? Wir müssen mal eine Tour ausarbeiten! ;)

  5. Bruder Grimm sagt:

    Thx, für die Info, habe es gerade bei amazon gefunden.

    @AJ: Hmmmmm, der homophobe Antiobstler aka me hat schon mal dein Bett gegraben und wartet mit scharfem Äxtchen im Knusperhaus. Deine erste Frage sollte lauten: ” Großmutter warum hast Du…”

    • admin sagt:

      @Applejünger
      Aus offensichtlichen Gründen habe ich keine Lust. Dabei habe ich mehr Angst vor der Axt, als vor Bunnys Schlafanzügen ;-)
      Gruß
      Fulano

  6. rundumkiel sagt:

    Alles klar: Das wird mein nächstes Buch… Die Stormfuckers sind mir jetzt schon sympathisch…

  7. Schon notiert!! Ich habe über 4000 Bücher in meinen Regalen es wird Zeit für Nachschub!

    • admin sagt:

      Respekt. Ich habe zwar auch ein paar Tausend gelesen. Aber in meinen regalen stehen dank der Stadtbücherei nur ein paar Hundert.
      Gruß nach Ösiland
      Fulano
      P.S. Das Paket ist da :-D

  8. Windowsbunny sagt:

    Jow wir könnte mal ein Theaterstück aufführen… da kommt mir eine Idee … *hust*

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Fulanos Worte

sind unpolitisch, aber nicht immer unparteiisch. Ich schreibe über Dinge, die mir auffallen, gefallen und manchmal auch missfallen. Das ergibt ein buntes Sammelsurium meiner Gedanken. Kommentare dazu sind erwünscht.