Hört auf, die Welt zu retten!

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Liebe Umweltschützer, liebe Weltverbesserer. Immer wieder fasziniert es mich, dass ihr dafür kämpft, die Welt zu retten. Dabei ist das nichts anderes als pure Selbstüberschätzung. Unsere Erde kümmert sich einen Scheiß um das was wir tun. Sie existiert schon seit 13,7 Milliarden Jahren, während wir selber, großzügig bemessen, den Planeten gerade erst seit zwei Millionen Jahren bevölkern. Das hört sich erstmal nach einer verdammt langen Zeit an, aber Bill Bryson hat das in seinem fantastischen Buch „Eine kleine Geschichte von fast allem“ hervorragend thematisiert.
Wenn man die gesamte Geschichte des Planeten Erde auf 24 Stunden reduziert, kämen wir Menschen erst eine Minute und 17 Sekunden vor Mitternacht ins Spiel. Trotzdem führen wir uns auf, als hätten wir das Ganze erfunden. Doch es ist nicht unser Planet. Wir sind bloß zu Gast und in Bezug auf die Dauer der Erdgeschichte allerhöchstens ein Quickie.
Eventuell schaffen wir es sogar irgendwann, die Erde so zu verändern, dass wir unser eigenes Leben dadurch ausrotten. Der Erde wird es egal sein. Vielleicht kommen nach uns wieder die Dinosaurier, oder kleine grüne Männchen. Unsere gute alte Erde wird dann noch immer da sein.
Wie lange es bis zu diesem Zeitpunkt dauert, hängt auch von uns ab. Womit wir wieder beim Thema Weltretten wären. Natürlich ist es gut, Energie zu sparen und die Luft- und Wasserverschmutzung zu senken. Aber retten wollen wir damit doch nicht die Welt, sondern nur unseren eigenen Arsch. Und genau das muss den Leuten klarwerden. Vielleicht sollte man in Zukunft Spendenaufrufe wie „Rette den Regenwald“ durch „Rette Deinen Arsch“ ersetzen. Schließlich ist das ein Anliegen, dass jedem von uns am Herzen liegen sollte.
Natürlich wäre das für die Gutmenschen und Idealisten unter uns eine herbe Enttäuschung. Schließlich leben sie doch dafür, sich uneigennützig für das Wohl anderer einzusetzen. Aber seien wir doch mal ehrlich. Warum gibt es unzählige Bemühungen die ach so klugen Delphine oder süße Meeresschildkröten zu retten, aber kein einziger Freiwilliger setzt sich für Fäulnis verursachende Bakterien ein?
Ganz einfach, weil die meisten uneigennützigen Menschen ihre Energie dafür nutzen, Dinge, Tiere oder Menschen zu schützen, die ihnen ganz eigennützig am Herzen liegen. Das soll ihre Leistung nicht schmählern, ganz im Gegenteil, ich finde Delphine auch toll. Wir hätten aber mehr davon, wenn sie ihre Energie Bakterien und ähnlichen Dingen widmen würden, die für unsere Erde wirklich relevant sind. Denn es liegt tatsächlich an uns, wie viel Zeit wir noch auf dem einzigen Planeten haben, den wir momentan bewohnen können. Vielleicht ist es für die Erde nur einen Augenzwinkern, aber unsere Nachkommen werden uns für jedes zusätzliche Jahrhundert, ja eigentlich jeden zusätzlichen Tag dankbar sein. Und darum sollten wir weiterhin unsere Umwelt so gut wie möglich schützen. Einfach nur aus ganz egoistischen Interessen. Alle Idealisten können sich gerne zugute halten, dass diese Art von Egoismus, so seltsam es klingt, allen nutzt.
Zum Abschluss noch einen schönen Witz, der mehr über das Verhältnis zwischen uns und unserem Planeten aussagt, als die meisten wissenschaftlichen Abhandlungen über das Thema.
Unterhalten sich zwei Welten. Sagt die eine:
„Wie geht´s Dir?“
„Geht so, ich hab Menschen.“
„ Ach, mach Dir keine Sorgen, das geht vorbei!“
Noch Fragen?
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Tags: Bryson, Delphine, Erde, Klimawandel, Planet, Regenwald, Umweltschutz, Umweltzerstörung, Welt, Weltverbesserer


Mir wurde mal gesagt, dass die Erde in 500 menschenlosen Jahren unsere Spuren komplett verwischen würde. Und die Erde würde auch Eiszeiten und alles was kommt wieder überdauern und überleben. Sie würde regenerieren und wahrscheinlich eine gelungenere Spezies hervorbringen. Hast du schön geschrieben, es ging noch nie darum, die Erde zu retten, da müssten wir sie nur in Ruhe lassen….
Hauptsache die andere Welt reicht nicht ein Antimenschikum rüber….
oder ist das längst am Start?
Von einem Antimenschikum weiß ich noch nichts, aber das wird schon irgendwer irgendwann erfinden.
Das mit den fünfhundert Jahren habe ich auch schon einmal gehört. Was mich dabei am meisten fasziniert, ist was letzlich doch noch überleben würde. Keine CD´s, USb-Sticks etc. Von unseren Blogs mal ganz zu schweigen. Aber die uralten Steintafeln unserer Vorgänger würden immer noch existieren
Wenn Du also möchtest, dass irgendwann Außerirdische Deine Worte finden, hau sie in Stein und vergiss die Blogerei!!;-)
Gruß
Fulano
Sehr gut, dein Artikel, du hast es auf den Punkt gebracht. Dann versuche ich mal meinen Arsch zu retten
LG Jürgen
Hallo Jürgen,
Dankeschön und viel Erfolg dabei. Wenn Du noch ein paar andere Ärsche retten kannst schadet das auch nicht
Gruß
Fulano
Sehr toller Artikel! Hat Spass gemacht!
Danke.
Danke für das Kompliment und willkommen bei mir.
Gruß
Fulano
Ich find deinen Artikel auch sehr gut.
Mal meine Meinung dazu:
Die Erde hat sich schon zich mal verändert (Eiszeit, Hitzeperioden etc), und das wird wieder passieren. Aber dieser Zyklus ist vorprogrammiert und muss nicht zwingend vom Menschen verursacht werden.
Ich persönlich bin der Meinung, hinter Klimanews steckt ein ganz anderes interesse, aber mit sicherheit nicht die rettung der Erde.
Hallo Nachti,
danke und willkommen auf meinem Blog. Ich denke genau wie Du, dass bestimmte Entwicklungen nicht unbedingt mit uns Menschen zusammenhängen. Das wir zur Klimaerwärmung beitrage ist allerdings erwiesen. Und das eigentliche Klima brauchen wir eben dringender als die Erde. Darum geht es also.
Dass mit Klimawandel auch eine Menge Politik und Gutmensch Publicity betrieben wird ist leider so.
Gruß
Fulano
Sicherlich sind wir Menschen ein nicht zu kleiner Faktor. Aber ich denke wir sind eben nur ein Faktor unter vielen. Die Erde war über millionen von Jahren mehrfach unter veränderungen und das ganze ist wirklich zu dynamisch um es auf ein Faktor zu begrenzen.
Gutmensch Publicity ist übrigens wirklich ein großes übel, denn als Leihe kann man kaum noch unterscheiden, was man glauben soll und was nicht. Was ist wahr und was nicht? Was hat mehr bedeutung?
Es verschwimmt alles etwas..
Ich bin grundsätzlich dafür, mit der Natur verantwortlicher umzugehen, nur kann ich das alleine auch nicht tragen. Ich alleine falle da auch nicht so in das Gewicht. Die Industrie aber schon.
Ich bin übrigens wie du der Meinung, wenn jemand die Zeit überlebt, dann ist es die Erde und nicht wir.
LG
Nachti
Jeder alleine kann nicht besonders viel machen da gebe ich Dir recht. Aber wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, sieht die Welt schon besser aus. Die Industrie muss man eben noch stärker als Privatmenschen dazu zwingen.
Gruß
Fulano
Richtig.. alle haben verantwortung.. die Industrie sowie der Konsument. Zum glück fängt die Industrie jetzt aber auch langsam an nach innovativen und umweltschonenden mitteln zu suchen.
Das muss nur noch übergreifen.
Krautraubs Kommentar auf YIGG:
Der Witz geht eigentlich so:
Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine:
“Du siehst aber schlecht aus!”.
Der andere: “Ja, mir geht’s nicht gut, ich habe ‘homo sapiens’”
Sagt der erste: “Ach, das geht vorbei.”
Zu Deinem Beitrag: Dass die “Weltverbesserer” ihr eigenes, das ihrer Nachkommen und das Interesse der Menschheit, nicht das der Erde als solcher, im Sinn haben, ist selbstverständlich. Oder hat es jemand jemals angezweifelt? Daher ist Deine “Erkenntnis” jetzt nicht sooo’ne große Leistung.
Dass in solchen “Weltverbesserer-kritischen” Beiträgen die Vokabel “Gutmensch” nicht auszurotten ist, sondern wie ein Klischee immer wieder vorkommt, daran kann ich mich nicht gewöhnen. Aber wisse wenigstens, dass dieser Begriff weder neu, noch lustig und schon gar nicht originell ist. Er stammt nämlich von den Nazis, die seinerzeit die Menschenrechtler und friedliebende Menschen überhaupt damit zu dissen gewusst haben.
Mir geht die Weltverbesserungsindustrie genauso auf die Senkel wie Dir, denn wir stehen an der Schwelle zum Ökofaschismus. Das bewusste Leben, das an sich etwas gutes ist, wird dazu missbraucht werden, um persönliche Freiheiten von Menschen zu beschneiden. Aber für mich zählt nur, was jeder für sich persönlich für Konsequenzen zieht. Die Schreihälse und Umwelt-Aposteln und -Missionare, die es gibt und von denen es in naher Zukunft noch viel mehr geben wird, vor denen muss man sich hüten. Diese werden dazu bereit sein, über Leichen zu gehen, um Menschenleben zu retten.
Welche Konsequenzen ziehst Du für Dich aus den ganzen Umwelt-, Tier- und Menschenmissbrauchsskandalen? Gehst Du erst mal ‘nen Döner essen? Dazu beziehst Du leider keine Stellung.
Fulano schrieb:
Um nur ein Beispiel zu nennen. Bei einem kurzen Witz kommt es ganz besonders auf Timing und präzise Wortwahl an. Vgl. a. Wortwahl “Welten” vs. “Planeten” – die Wahl eines dieser Begriffe bestimmt das Tempo und die Stärke des Knalls, wenn die Pointe aufschlägt.
Hallo Krautraub,
–> Hallo Fulano
1. Es gibt bei Witzen keine richtige oder falsche Version, sondern nur witzig oder nicht. Und falls es Dir aufgefallen ist, nutzen wir die gleiche Pointe.
—> Richtig, es ist der gleiche Witz, aber die Pointe kommt nicht gut rüber in Deiner Version. Krankheiten haben oft lateinische Bezeichnungen, da klingt “homo sapiens” stringenter.
2. Ich habe nicht behauptet, dass ich da große neue Erkenntnisse präsentiere.
–> In der Tat, das hast Du nicht. Klingt aber so in Deinem Text, weil Du Deine Argumentation auf dieser “Erkenntnis” aufbaust. Eine wackelige Argumentation dadurch, dass sie auf etwas fußt, was gar nicht stimmt: Nämlich, dass die “Weltverbesserer” die Erde retten wollen. Natürlich wollen sie ihren eigenen Arsch retten, sonst nix. Das weiß jeder. Und das ist auch legitim.
3. Dass ich das Wort Gutmensch nicht erfunden habe ist mir auch klar. Aber ob das Wort witzig etc. ist entscheidest nicht Du, sondern jeder für sich alleine
–> Nein. Ich entscheide gar nichts. Niemand befindet über die Witzigkeit dieser Vokabel ganz alleine. Wenn ich rumrannte und Leute als “Judenschweine” bezeichnete, würde niemand sagen, lass ihn mal machen, schließlich kann jeder für sich entscheiden, was er witzig findet. Nazijargon geht gar nicht.
4. Finde ich Deine Ökofaschismus Theorie interessant, wenn auch sehr übertrieben.
–> Ja, das war drastisch formuliert. Wir stehen hoffentlich nicht an der Schwelle zum Ökofaschismus, sondern erst an der Schwelle zur Schwelle. Jedenfalls müssen wir unsere Lauscher aufsperren und sensibel für das Thema sein, damit der Ökofaschismus nicht zu krass ausfällt.
5. Ich mag Döner gern
–> Ich nicht.
6. Können wir gerne intensiver über das Thema diskutieren. Aber dann bitte dort, wo ich den Artikel geschrieben und Du ihn gelesen hast.
–> Einverstanden.
Gruß
–> dito
Fulano
–> krautraub
@Nachti
Wollen wir einfach hoffen, dass wir die Kurve kriegen.
@Krautraub
Erst einmal willkommen auf meinem Blog. Ich habe Deinen ursprünglichen Kommentar auf YIGG mal hinzugefügt, damit auch die anderen der Diskussion folgen können.
zu 1.) Darüber können wir streiten, aber letztlich denke ich, dass beide Versionen des Witzes verstanden werden.
zu 2.) Der Text ist ja nicht wissenschaftlich sondern eine Art persönlicher Kommentar. Und erzähl mal einem Weltverbesserer, dass er nur seinen eigenen Arsch retten will. Das wird er aber gar nicht gerne hören. Es ging mir daher vor allem um die Darstellung.
zu 3.) Soweit ich mich informiert habe, ist der Ursprung des Wortes Gutmensch umstritten http://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch .
Ganz abgesehen davon sehe ich einen gewaltigen Unterschied zwischen diesem allgemein anerkannten Begriff und der klaren rassistischen Beleidigung “Judenschwein”. Der Begriff Volkswagen stammt übrigens tatsächlich von den Nazis. Sollen wir VW deswegen jetzt anders nennen?
zu 4.) Also mich stört alleine schon das Wort Faschismus in diesem Zusammenhang und abgesehen davon sehe ich diese Gefahr nicht so wie Du.
zu 5.) Jedem das seine
zu 6.) Schon sind wir dabei
Gruß
Fulano
Wirklich klasse Artikel! Ich sehe das genauso! Ich bezweifel, dass die Menschen wirklich Angst um die Welt, als um sich selber haben! Was ja natürlich auch verständlich ist, nur dann sollten sie es dementsprechend auch so bezeichnen und dazu stehen, dass sie viel mehr Angst um ihre eingene Existenz haben! Lg
Da ist alles so weit richtig und ich stimme euch auch zu (außer bei dem ökofaschismus..ja es wird ausgenutz..na und…Menschen die ausnutzen wirds immer geben..Ökofschismus ist wirklich arg übertrieben..außerdem uts dir gut wenn du drauf eingehst damit lebst..was du einschränkst bbleibt dir überlassen) jetzt zum eigentlichen Ärgernis.. JEDER wirklich jeder kann was tun..allein im Stromsparen muss man nur schlater drücken..auf ein jahr hin sind das unmengen an energie die gespart werden.. fängt einer an machen andere mit..wenn also alle an energie sparen..öfters mal mit dem fahrrad nach neben an fahren als mit dem auto.. dann sieht das ganze global schon viel viel besser aus..vorallem rentiert es sich. Mir wurde mal von einem wissenschaftler gesagt..ein fass kann noch so voll sein, aber irgendwann reicht ein tropfen aus um es zum überlaufen zu bringen…! adios senórs “Lebt euer Leben mit bedacht so wie´s euer Verstand euch klar gemacht!”
@Flüge
Willkommen bei mir. Ich glaube das Problem ist die Außendarstellung. Mit dem Spruch “Ich engagiere mich für den Umweltschutz, weil ich mir wichtig bin!” kann man sich schlecht als Wohltäter präsentieren.
@DBS
Willkommen auf meinem Blog und danke für Deinen ausfühtlichen Kommentar. Du hast vollkommen recht. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen und sollte das natürlich auch. Da der Mensch an sich allerdings nicht selten Egoist ist, motiviert es vielleicht einige zu wissen, dass sie es nicht für Delphine etc. tun, sondern für sich persönlich.
Gruß
Fulano
Sind Weltverbesserer und Besserwisser eigentlich ein und die selbe Sorte – äh, tschul’jung – Spezies (das Wort versteht man besser)? Wenn nicht, solltest Du überlegen, vielleicht auch mal einen Aufsatz (ah, verdammt!) ein “Traktat” über Letztere zu schreiben.
Aber bitte so, dass es jeder versteht